Art Needs Freedom - Not Tariffs

Kunst braucht Freiheit – keine Zölle

In einer zunehmend politisierten Welt ist selbst künstlerischer Ausdruck nicht immun gegen geopolitische Spannungen. Handelskriege, wie sie derzeit zwischen den USA und der Europäischen Union eskalieren, beeinträchtigen nicht nur wichtige Industriezweige. Sie hinterlassen auch sichtbare Spuren in der Kunstwelt, wo Materialauswahl, Herkunft und Qualität sowohl für Künstler als auch für Kunden von entscheidender Bedeutung sind.

Handelsbarrieren zerstören Qualität, Auswahl und Vielfalt

Wir erleben derzeit eine Situation, in der bestimmte Materialien europäischen Ursprungs aufgrund von Handelszöllen oder Lieferengpässen in den USA nicht ohne weiteres erhältlich sind. Als Fotograf versuche ich natürlich, gleichwertige Materialien zu finden, um die Qualität meiner Arbeit und die Zufriedenheit meiner Kunden sicherzustellen. Doch das gelingt nur bedingt. Es ist nicht einfach, jahrhundertealte europäische Papiertraditionen durch schnell verfügbare US-Alternativen zu ersetzen. Kunden erhalten zwar weiterhin hochwertige Kunstwerke, aber möglicherweise nicht genau das, was sie sich ursprünglich vorgestellt haben – ein Kompromiss, der nicht aus künstlerischer Absicht, sondern aus politischer Einflussnahme resultiert.

Diese materiellen Einschränkungen gehen mit finanziellen einher. Handelsbarrieren und Importzölle treiben unweigerlich die Einkaufspreise in die Höhe. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass diese Kosten vom Verkäufer getragen werden – tatsächlich breiten sie sich entlang der Lieferkette aus und landen schließlich beim Kunden. Ich bemühe mich stets, diese Auswirkungen zu minimieren und kleinere Schwankungen nach Möglichkeit auszugleichen. Von mir kann und sollte jedoch nicht erwartet werden, die Folgen fehlgeleiteter politischer Entscheidungen zu subventionieren. Letztendlich leiden nicht nur das Papier oder der Preis. Was wirklich auf dem Spiel steht, ist die Vielfalt, Zugänglichkeit und Integrität der Kunst selbst.

Foto von Markus Winkler auf Unsplash


Ein Fine Art Print ist mehr als nur Papier

Ein Fine-Art-Print ist mehr als nur ein Foto auf Papier. Hinter jedem Druck stecken eine Vielzahl künstlerischer Entscheidungen: die Motivwahl, die Bearbeitung, die Farbgebung, das Format – und nicht zuletzt das Papier. Gerade dieses letzte Element wird oft unterschätzt, obwohl es eine zentrale Rolle für die Wirkung eines Kunstwerks spielt.

Die Wahl des Papiers beeinflusst die Farbwiedergabe, die Tiefe des Schwarz und die Erhaltung subtiler Tonwertübergänge. Sie bestimmt, ob ein Druck weich und natürlich oder scharf und lebendig wirkt. Hochwertiges Fine-Art-Papier minimiert Reflexionen und Blendeffekte und sorgt dafür, dass der Betrachter das Bild ungestört genießen kann. Darüber hinaus schützen Papiere mit Archivierungseigenschaften den Druck vor Verblassen, Vergilben und Alterung – und machen sie so nicht nur zu einem Medium, sondern zu einer nachhaltigen Investition in die visuelle Kultur.

Als Fine-Art-Fotograf investiere ich unzählige Stunden in Tests, Farbvergleiche und Druckmuster, bevor ich mich für ein Papier entscheide. Dabei geht es nicht nur um Haptik und Farbtreue, sondern auch um Archivbeständigkeit, Oberflächenstruktur und emotionale Wirkung. Das Papier wird zum Träger der Vision.

Designed von Freepik

 

Warum nicht alle Papiere gleich sind

Viele Menschen glauben, Papier sei leicht austauschbar. Doch so wie ein Maler nicht einfach einen beliebigen Pinsel in die Hand nehmen kann, kann auch ein Fotograf das Papier, auf dem er seine Werke druckt, nicht beliebig wechseln. Mein bevorzugtes Fine Art Papier, das Hahnemühle Photo Rag 308, ist beispielsweise ein traditionelles Papier, das seit Jahrhunderten von Hahnemühle in Deutschland hergestellt wird. Es besteht aus 100 % Baumwolle, ist OBA-frei und wurde speziell für Fine-Art-Drucke entwickelt. Seine samtig-matte Textur hat sich im Laufe der Jahre als mein bevorzugter Träger für meine Werke etabliert.

Hahnemühle ist ein deutsches Unternehmen mit einer außergewöhnlichen Geschichte: Die 1584 gegründete Papierfabrik ist einer der ältesten noch aktiven Künstlerpapierhersteller der Welt. Dieses jahrhundertealte Know-how, gepaart mit modernster Technologie und einem kompromisslosen Qualitätsanspruch, macht ihre Papiere einzigartig. Jedes Blatt trägt ein Stück europäischer Kulturgeschichte in sich. Hahnemühle-Papiere genießen auch in amerikanischen Künstlerkreisen hohes Ansehen. Viele renommierte Fotografen in den USA schwören auf die Qualität und Ausdruckskraft dieser Produkte. Sie sind der Beweis dafür, dass künstlerische Exzellenz Grenzen überschreitet.

Hahnemühle Photo Rag 308 Fine Art Papier

International von Natur aus: Ein globales Kunstwerk

Meine Kunstdrucke sind von Natur aus international. Viele davon sind in europäischen Städten und Landschaften mit einer in Japan entwickelten Kamera aufgenommen. Ich bearbeite meine Bilder mit US-Software und lasse die Drucke meiner US-Kunden von einem vertrauenswürdigen kalifornischen Labor auf deutschem Kunstdruckpapier produzieren. Es ist eine nahtlose Zusammenarbeit über Grenzen hinweg, geprägt von den besten Werkzeugen, Technologien und Traditionen jedes Landes.

Diese internationale Ausrichtung reduziert nicht nur CO₂-Emissionen und vermeidet lange Transportwege, sondern stärkt auch die lokale Wirtschaft und bewahrt gleichzeitig die künstlerische Qualität, für die ich stehe. Die von mir gewählten Materialien – insbesondere das Papier – bleiben bewusst europäisch, nicht aus Sturheit, sondern aufgrund ihres unvergleichlichen Charakters und ihrer Tradition.

Leider erschwert die aktuelle Handelspolitik den Zugang zu solchen Materialien in den USA zunehmend. Künstler werden gedrängt – nicht aufgefordert –, auf einheimische Alternativen umzusteigen. Obwohl amerikanische Papiere wie Moab oder Red River technisch exzellent sind, fehlt ihnen das Erbe und die Nuancen eines Papiers mit 440-jähriger Herstellungstradition. Ein Kunstdruck ist nicht nur ein Produkt – er ist ein Dialog zwischen dem Bild und seinem Medium. Und dieser Dialog ist zutiefst persönlich.

Designed von Freepik

Zusammenfassung

Wenn Kunst durch Handelsbarrieren eingeschränkt wird, verliert sie einen Teil ihrer Seele. Die Wahl der Materialien ist keine Nebensache, sondern ein zentrales Element der künstlerischen Sprache. Statt Grenzen zu errichten, sollten wir Brücken bauen: zwischen Kontinenten, zwischen Traditionen, zwischen Künstlern und Sammlern.

Denn ein echter Kunstdruck ist mehr als die Summe seiner Teile. Er ist ein kulturelles Statement – ​​das Ergebnis von Wissen, Tradition und globaler Zusammenarbeit. Und das darf nicht durch politische Agenden oder protektionistische Maßnahmen ausgebremst werden. Kunst braucht keine Zölle. Sie braucht Freiheit.